Die Orgeln
Die Qualität einer Orgel zeigt sich darin, dass sie ihren Aufgaben in Liturgie und Konzert gerecht wird, dass sie ein charaktervolles Instrument ist, dass sie maßgeschneidert auf die räumlichen und akustischen Verhältnisse ist, dass sie sich optisch perfekt einfügt, dass sie groß genug ist und dennoch möglichst nicht dominant wirkt, dass sie die zum Teil seit Jahrhunderten bewährten Prinzipien des Orgelbaus beibehält und dennoch „ein Kind ihrer Zeit“ ist, dass sie denkmalpflegerisch unbedenklich ist, ihr Aussehen und ihr Klang aber zum Nachdenken anregen, und natürlich, dass sie in einem vertretbaren finanziellen Rahmen realisiert werden kann, um nur einige grundlegende Punkte aufzuzählen.
Die Haupt- und die Chororgel in der Jesuitenkirche Heidelberg stammen aus der Werkstatt Orgelbau Kuhn, die im Jahre 1864 vom süddeutschen Orgelbaumeister Johann Nepomuk Kuhn in Männedorf in der Schweiz gegründet wurde. In seiner 150-jährigen Geschichte hat das Unternehmen die ganze Entwicklung im europäischen Orgelbau von der Romantik im 19. Jahrhundert über die Orgelbewegung bis heute erlebt und mitgestaltet. Die Firma vereinigt aufgrund ihrer geographischen Lage und ihres historischen Hintergrunds deutsche und französische Klangelemente zu einer natürlich gewachsenen Einheit.
In technischer Hinsicht richtet sich der Traditionsbetrieb nach Vorbildern des 18. und 19. Jahrhunderts, wobei die traditionellen Orgelbautechniken immer weiter perfektioniert wurden. Die Formensprache, die Klanglichkeit und die Bauart der Kuhn-Orgeln verweisen auf eine jahrhundertealte Orgelbaukultur. Andererseits legen die klangliche Vielseitigkeit und die technisch-handwerkliche Ausführung auch Zeugnis ab von den Erwartungen an ein neuzeitliches Instrument. Tradition und Gegenwart verschmelzen so zu einer selbstverständlichen Einheit.







